30 Jahre DT Bissen

 

23 Juni 1961: Geburtstag des “ Desch-Tennis Bissen”

In einer Gründungsversammlung im Café Raths am 23 Juni 1961 wurde der neue Verein ins Leben gerufen. Der erste Vorstand, wenn auch, zum Teil nur für die ersten fünf Monate, setzte sich wie folgt zusammen:

Präsident: Kimmes Alphonse

Schriftführer: Weber Arnold

Kassierer : Raths Marcel

Beisitzende: Flener Jos und Maas Henri

Am 2. Juli 1961 wurde dann der DT.Bissen oder einfach DTB, als 44. Verein auf dem Landeskongress in Hollerich in den nationalen Tischtennis-Verband aufgenommen

Daß die Anfangszeiten nicht einfach waren, beweist die Tatsache, daß  Marcel Raths seinen Festsaal zu Trainingszwecken und zum Austragen der Meisterschaftsspiele zur Verfügung stellen mußte. Nur Dank eines Subsids des Sportministers (2500.- Flux) und einer Stiftung seitens Blanc Pierre, konnte sich der Verein die beiden ersten Spieltische besorgen.

Ein Gemeindesubsid erlaubte die Anschaffung von vier Uniformen. Bei 20 lizenzierten Spieler hieß das jeden Samstag die Spielhemden tauschen, da der junge Verein gewillt war, alle Spieler abwechselnd zum Einsatz kommen zu lassen.

Das war nun mal Tischtennis anno 1961, wo die wenigsten Vereine über angemessene Spielsäle, Spielmaterial, geschweige denn über eine Sporthalle verfügen konnten.

Als erste Spieler des DT Bissen nahmen Henri Maas und Josi Schartz am 5.November 1961 an einem nationalen Einzelturnier teil. Das erste vom jungen Verein ausgetragene Match war ein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl des CAPIP Luxemburg. Womöglich war die Auswahl zu stark, da nur Josi Schartz einen Punkt gewinnen konnte und somit das Match mit 1-9 verloren ging.

Sehr viel guter Wille und eine gehörige Portion Ausdauer und Verständnis wurden den Vereinsdirigenten und den Spielern abverlangt, um das erste Jahr, das Jahr der Bewährung, zu überstehen. Sportliche Lorbeeren wurden keine geerntet; am Ende der Meisterschaft nahm der Verein nach zwei gewonnenen Spielen und einem Unentschieden den letzten Tabellenplatz im ersten Bezirk der vierten Division ein.

Einziger Lichtblick: Trotz der vielen finanziellen Anfangsschwierigkeiten, konnte der Kassierer am Ende des Geschäftsjahres voller Stolz ein Boni von 4.040.- Franken verkünden.

Dies wurde möglich da bereits im Gründungsjahr den Vereinsdirigenten bewußt wurde, daß man neben dem sportlichen Bereich, auch durch andere Aktivitäten ein gesundes Vereinsleben erzielen kann. Diese Tatsache führte dazu, daß der Verein seit seiner Gründung nie vor einer aussersportlichen Organisation zurücksteckte und sich schnell ein Vereinsleben entwickelte, welches man ohne zu Zweifeln als locker und lustig qualifizieren kann. Harter Arbeit - Organisationen zum finanzieren des Überleben - folgte der wohlverdiente Lohn.

Zu erwähnen bleibt noch, daß als Dank für die geleisteten Arbeiten der DT Bissen seinen Mitgliedern im Clublokal Marcel Raths am 4. Dezember 1961 ein Essen bestehend aus "Würstchen mit Sauerkraut" spendierte. Die Rechnung belief sich mit 18 Humpen (zu je 6. - Flux) auf 646.- Franken - Ja Franken, keine Euro !

Die ersten Jahre nach der Gründung

Abwechselnd mit 2 bis 4 Mannschaften, sowie abwechselnd mit Erfolg und Mißerfolg, wurde an den jeweiligen Meisterschaften von 1962 bis 1971 teilgenommen. So stieg die erste Mannschaft schnell von der vierten in die erste Klasse der nationalen Meisterschaft aus der man allerdings dann wieder zurückfiel.

In der Saison 1964/65 wurde der erste Trainer verpflichtet. Mit Nico Speltz vom CAPIP Luxemburg konnte ein erfahrener Spieler für diese Aufgabe gewonnen werden.

Um die Kameradschaft zwischen den Mitgliedern der beiden Sportvereine "F.C.Attert" und "Desch-Tennis" zu festigen, fand am 20. Mai 1965 ein Fussballfreundschaftsspiel zwischen den beiden Vereinen statt. Untermauert wurde dieses Bündnis durch den "Bal vun de Sportsfrënn", welcher von den beiden Vereinen gemeinsam im August desselben Jahres organisiert wurde.

Hatte der Verein in den ersten Jahren vor allem mit "älteren" Spielern (nur vom Alter her, aber keineswegs von der Erfahrung) versucht zum Erfolg zu kommen, so schaltete er konsequent auf Verjüngung Ende der sechziger Jahre, ein Unterfangen, das fast ins Auge gegangen wäre, denn die beiden ersten Mannschaften entgingen in der Saison 1970/1971 nur knapp dem Abstieg. In der Folge sollte sich jedoch erweisen, daß mit dieser Verjüngungskur der richtige Weg eingeschlagen worden war.

Die Schlagzeile "die beiden Buben aus Bissen" (gemeint waren Kasel Léon und Kreins Paul, welche den Landesmeistertitel im Herrendoppel der D-Klasse errungen) ist den älteren Tischtenniskenner noch heute bekannt.

Aus den ersten Jahren bleibt noch eine Kuriosität zu erwähnen, welche jedem Leser heutzutage ein Schmunzeln abverlangt. Gemäß einer Verfügung des Tischtennis-Verbandes mußten die Vereine ab der Meisterschaft 1964/1965 in dunklen Vereinsfarben zu den offiziellen Spielen antreten. Da der DT Bissen zur Anschaffung neuer Uniformen nicht  die notwendigen finanziellen Mittel verfügte, wurden die Uniformhemden tatsächlich von gelber auf dunkelgrün umgefärbt.

Wie bereits erwähnt, ließ der DT Bissen frühzeitig seine organisatorische Ader erkennen. Bereits vier Jahre nach seiner Entstehung organisierte der DT Bissen den ersten "Grand-Prix de la Vallée de l'Attert", ein Einzelturnier, das sich schnell zu einem der bestorganisierten und beliebtesten Turnieren im Spielkalender der F.L.T.T. entwickeln sollte. Zu der Zeit gab es noch nicht viele Einzelturniere und der DT Bissen schrieb sich als 10. Verein in die Liste der Turnierorganisatoren ein.

Jedoch nicht alle Organisationen des DT Bissen wurden zum Erfolg. Zu einer ersten Pleite wurde der erste Fastnachtsball am 2. März 1963. In zwei Sälen angekündigt blieben die Besucher aus und nicht einmal das gratis Verteilen von 100 Narrenkappen (nicht alle konnten verteilt werden) und einem ganzen Sack von Konfetti konnte die totale finanzielle Pleite nicht verhindern. Der Bal wurde schnell aus der Erinnerung gestrichen und nur noch die gelungenen Konfettischlachten, zum Leidwesen von Marcel und Suzette Raths, bleiben erinnerungswert.

Am 1.Mai 1969 organisierte der Verein seinen ersten Schlagerwettbewerb "Festival de la Chanson du Centre". Diese Veranstaltung sollte sich in den kommenden Jahren zu einer der bedeutsamsten Organisationen des Vereins entwickeln.

Etwas später, am 13. September 1970, zauberte der DT Bissen zusammen mit dem "Syndicat d'Initiative" eine südländische Atmosphäre und organisierte die "Corrida Espagnole", ein folkloristisches und stierkampfähnliches Schauspiel.  Es gab Stierkämpfe und Spiele, Spannung und viel Gelächter. Am Ende jedoch waren alle zufrieden, die Matadoren, daß sie mit heiler Haut davongekommen waren, die Zuschauer, daß sie einen vergnügten, erholsamen Sonntagnachmittag verbracht hatten. Nur einige beherzte Lokalmatadoren, welche in den Spielen angetreten waren, versorgten ihre Beulen.

Den 10. Geburtstag feierte der "Desch-Tennis Bissen" mit einer "Quizaine sportive" mit zwei Mannschaftsturnieren. Dem "Grand-Prix du 10ième Anniversaire", welches von der Mannschaft des DT Echternach gewonnen wurde und der "Coupe Toni Thilmany", die von der 1. Mannschaft des DT Bissen gewonnen wurde. Bei Gelegenheit dieses Turniers durchbrach der DTB eine alte Tradition, indem er die üblichen Preispokale und Schüsseln durch einen eigens entworfenen Kunstteller (Rochuskapelle) ersetzte. Eine Initiative, die anfangs belächelt wurde, im nachhinein aber große Anerkennung fand und zu einem späteren Zeitpunkt eine Fortsetzung finden sollte.

Der erste Auslandsausflug führte die Mitglieder des DT Bissen im August des Jahres 1971 fünf Tage an den Luganer See, verbunden mit Tagesausflügen nach Gandria, Monte Salvatore und Suisse Miniature.

Auf dem Weg zum ersten Aufstieg in die Nationaldivision

In den Jahren nach den Feierlichkeiten zum 10. Geburtstag, erlebte der Verein eine ganz spezielle Entwicklung, welche sich durch drei Aspekte kennzeichnen läßt.

Der Verein verzeichnete einen sehr großen Spielerzuwachs, ohne jedoch, wie das früher der Fall war, markante Abgänge zu beklagen. Das führte dazu, daß der "Desch-Tennis Bissen" in den Jahren von 1971 bis 1981 mit wenigstens sieben und in den Spitzenjahren 1978/79 und 1979/80 gar mit dreizehn Mannschaften an den Mannschaftsmeisterschaften beteiligt war.

Der DT Bissen zeichnete sich aus durch große  Beständigkeit in der Zusammensetzung der einzelnen Mannschaften und dies besonders in den Trägermannschaften. Kamen in den ersten Jahren nach der Gründung pro Jahr bis zu 20 verschiedene Spieler in der Spitzenmannschaft zum Einsatz, so spielte Bissen 1 ab 1971 bis zum ersten Aufstieg in die Nationaldivision 1981 nur mit insgesamt 7 verschiedenen Spieler in der Spitzenmannschaft. Spieler, welche zeitweilig auf demselben Leistungsniveau zu finden waren.

Dem "Desch-Tennis Bissen" war seitens der Gemeindeverwaltung neben dem Turnsaal in der Primärschule und dem "Paschtoueschsall" auch noch der Festsaal im Gemeindehaus zur Verfügung gestellt worden, mit der Einschränkung jedoch, daß kulturelle Veranstaltungen absolute Priorität besäßen. Abgesehen von den Unannehmlichkeiten eine Fülle von Spielen verlegen zu müssen, erlaubte der Einzug in den Festsaal jedoch endlich eine angemessene Aufbau- und Jugendarbeit zu betreiben, welches mit dem zeitweiligen Verpflichten von verschiedenen Trainern erzielt wurde.

Erstmals in der Meisterschaft 1973/74 nahm eine Damenmannschaft an der nationalen Meisterschaft teil.

Am 11. Mai 1974 besichtigten die Mitglieder des DT Bissen zum ersten Mal die Brauerei Bofferding. In den nachfolgenden Jahren entwickelten sich diese Besuche zu einer Tradition, wurden aber in den Herbst verlegt, um anschließend noch einen Bummel über die Schobermesse zu erlauben.

In der Generalversammlung 1974 vollzog sich im "Desch-Tennis Bissen" ein erster Wandel in der Führung des Vereins: Alphonse Kimmes, Gründungsmitglied und erster Präsident des DTB, übergab das Ruder nach dreizehn Jahren Vereinsführung an Arnold Weber ab. Dem unermüdlichen Einsatz von "Kimmesse Fons" hatte es der Verein zu verdanken, daß er beizeiten aus der Talsohle aufsteigen konnte, um sich als festes Glied in die Reihen der Tischtennis-Vereine einzugliedern. Es war keine Nuß zu hart, kein Weg zu lang, keine Arbeit zu mühsam, als daß Kollege Fons einmal das Handtuch geworfen hätte und angesichts diesem Einsatz im Dienste des DT Bissen wurde ihm seitens des Vereins die Ehrenpräsidentschaft verliehen.

Zur selben Zeit sammelte der Verein seine erste internationale Erfahrung. Im Jahre 1975 empfing der DTB die Tischtennisspieler des "Baslerdybli" aus der Schweiz. Das Match endete 8-8 und ab diesem Datum gab es regelmäßig Kontakte mit ausländischen Mannschaften, sei es auf Initiative des DT Bissen selbst, sei es bei Mannschaftsturnieren anderer Vereine.

Den 15. Jahrestag seiner Gründung beging der "Desch-Tennis  Bissen" erneut mit zwei Mannschaftsturnieren, welche durch den DT Schifflingen und den DT Bridel gewonnen wurden. Bei Gelegenheit dieses Wiegenfestes veröffentlichte der DT Bissen wieder eine Festschrift und ließ sich ein Vereinsabzeichen anfertigen.

Tischtennis-Vereine beziehen ihre Einnahmen zum Überleben nicht durch Sportsmanifestationen und sind gezwungen auf andere Geldquellen zurück zu greifen. In dieser Hinsicht schlug der DTB einen einsamen Rekord. Während der Jahre 1975 und 1976 hielt der Klub nicht mehr und nicht weniger als 13 Tanzveranstaltungen ab; mehr als eine Tanzveranstaltung pro zwei Monate.

Im Frühjahr 1976 informiert eine Vereinszeitung erstmals die Einwohnerschaft über sportliche und aussersportliche Geschehnisse im DT Bissen, eine Tradition, welche bis heutzutage in regelmäßigen Abständen beibehalten wurde, wenn auch in verschiedenen Aufmachungen.

Von dem ersten Erfolg des Kunsttellers "Rochuskapelle" beflügelt, gab der DTB 1977 seine Kunsttellerserie "Aal Biissen" heraus. Die Kollektion bestand aus 6 Tellern und einer Platte, auf denen Ansichten von Bissen um die Jahrhundertwende reproduziert wurden, welche einige dem Lauf der Zeit folgend unter die Picke geraten sind. Durch unsere Telleraktion bleiben sie der Nachwelt erhalten.

In der Meisterschaft 1977/78 liebäugelte der DT Bissen erstmals mit dem Aufstieg in die Nationaldivision, doch leider reichte es zum Schluß "nur" zum undankbaren dritten Platz. Obschon es in den Mannschaftsmeisterschaften während einiger Meisterschaften nicht optimal lief, waren es in dieser Zeit besonders die individuellen Leistungen die hervor stachen. Nordmeister-, Landesmeister- und Vizelandesmeistertitel wurden mehrfach errungen.

Ende der siebziger Jahre, trainierte Herr Vaclaf Ostravicky, hierzulande besser als Ossi bekannt die Tischtennis-Nationalmannschaft. Während dieser Zeit trainierte Ossi auch ab und zu unseren Verein. Leider hatte er wegen seiner vielen Verpflichtungen nicht oft genug Zeit, aber jedes Training war ein Erlebnis und jedes "Après-Training" eine wahre Freude. Leider verließ Ossi im Jahre 1979 Luxemburg mit schwerem Herzen, doch die Zeit mit Ossi werden wir nicht vergessen.

Erst mit der Meisterschaft 1980/81 sollte ein erster Meilenstein in der Vereinsgeschichte erzielt werden. Was bis dahin für den "Desch-Tennis Bissen" nur ein Traum, ein heimlicher Wunsch gewesen war, trat ein. Genau in dem Jahr, als der Verein zu den Feierlichkeiten seines 20. Wiegenfestes rüstete, überbrachte die erste Mannschaft allen Ortsanhängern des kleinen, weißen Celluloidballs das schönste Geburtstagsgeschenk: Den Aufstieg in die Nationaldivision!

Wesentlich verstärkt durch den Zugang von Mannon Jean-Louis hatte man einen achtbaren Rang im Schlußklassement gehofft, aber wie besagt das französische Sprichwort: "L'appétit vient en mangeant". Von einer außergewöhnlichen Begeisterung und einem eisernen Willen zum Sieg getragen, gelang es der 1. Mannschaft nach einer enttäuschenden Leistung im letzten Meisterschaftsspiel gegen Bech-Kleinmacher, in einer spannungsgeladenen Schlacht das Endscheidungsspiel auf neutraler Platte in Hollerich gegen Schifflingen 2 mit 10-7 siegreich zu gestalten.

Noch heute erinnern wir unser gerne an den unbeschreiblichen Jubel, der losbrach als Rickal Jim den Siegball unterbrachte. Alle Spannung des Abends war gewichen. Erst jetzt wurde einem so richtig bewußt, wieviele Zuschauer den Weg von Bissen nach Hollerich angetreten hatten, um mit ihrer Mannschaft um den Sieg zu zittern.

Von über hundert Kehlen in Hollerich angestimmt, wurde bis spät in den Abend (oder besser bis in den Morgen) im Klublokal Café Raths gefeiert. An diesem Abend floß der Sekt in Strömen. Am Sonntag darauf wurde dem "Desch-Tennis Bissen" seitens der Gemeindeverwaltung, den Ortsvereinen und den Dorfbewohnern eine warme Ovation in Form eines Festzuges und einer öffentlichen Ehrung bereitet.

Aus der selben Meisterschaft bleiben allerdings noch zwei andere Punkte zu erwähnen die nicht vergessen werden dürfen. Die Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag wurden zum vollen Erfolg samt Mannschaftsturnier. Im selben Jahr stellte sich der DT Bissen in den Dienst einer guten Sache, indem er am 19. und 20. Dezember einen Weihnachtsmarkt organisierte und den Benefiz integral der Ligue HMC überließ. Mit der weiteren Beteiligung der Sektion Attert der Ligue HMC (Weihnachtsbazar) und dem "Club des Jeunes" aus Bissen (Weihnachtsbäumchenverkauf) konnte verschiedenen karitativen Einrichtungen die Gesamtsumme von 1.239.007.- Flux zugeführt werden. Im Jahre 1982 gesellte sich noch ein Adventsmarkt hinzu, auf dem die Dorfbewohner von den Vereinsmitgliedern selbstgefertigte Adventskränze erstehen konnten.

Nach einem harten Jahr unter der Elite, Jahre der Ernüchterung

Der "Desch-Tennis Bissen" gab nur ein Gastspiel von einem einzigen Jahr in der Nationaldivision. Schnell war die Vorjahresbegeisterung verflogen und der Ernst des Tages hielt wieder Einkehr.

Es gab sicherlich verschiedene Gründe, die zum Scheitern führten.

Vielleicht war es die allgemeine Einstellung der Mannschaft zum Meisterschaftsjahr, befleißigte man sich doch beim Aufstieg zu proklamieren: "Egal was uns das nächste Jahr bringt, wir sind einmal dabei gewesen!"

Vielleicht auch, daß gemäß den ungeschriebenen Gesetzen im Mannschaftssport die sogenannten "kleinen" Vereine stets Schwierigkeiten haben, sich gegen die "großen" Mannschaften zu behaupten

Vielleicht der Mangel an Erfahrung, das Fehlen von Selbstvertrauen und Durchstehvermögen, das schlechte Abschneiden im entscheidenden Spiel!

Der "Desch-Tennis Bissen" war wohl in die Nationaldivision aufgestiegen, war jedoch noch nicht reif genug um dort bestehen zu können. Und dennoch wäre ein Klassenerhalt im Bereich des Möglichen gewesen. Zwei winzige Punkte fehlten in der Endabrechnung zum Verbleib in der Nationaldivision, und diese beiden Punkte hätte man unbedingt gegen Bettemburg erringen müssen, es sollte jedoch nicht sein.

Die dritte Dekade in der Geschichte des Vereins begann also mit dem Sturz der ersten Mannschaft aus der Nationaldivision, was den "Desch-Tennis Bissen" wieder auf den Boden der Realität zurückholte. In den Jahren zwischen 1983 und 1987 erlitt der Verein im mannschaftlichen Bereich einen kompletten Einbruch. Gottlob wurde gerade in diesen Jahren das teilweise schlechte mannschaftliche Abschneiden eigenartigerweise durch gute, individuelle Leistungen kompensiert, wo besonders die Namen Kreins Paul, Weber Lucien, Maas Henri, Hames Eugène und Schaus Christian des öfteren auftauchten.

Einen spürbaren Trend nach oben gab es dann wieder ab 1988, in dem Jahr, wo es dem DTB endlich erlaubt war, in die eben fertiggestellte Sporthalle Einzug zu halten, aber zu erst noch einmal einige Punkte dieser Jahre.

Am 12. Juli 1983 wagte sich der DT Bissen auf fremdes Eis mit dem Abhalten eines Volkslaufes, an dem über hundert Läuferinnen und Läufer teilnahmen.  Bei der ersten Auflage erhielt jeder Teilnehmer eine "Mini-Taak" mit dem Bisser Wappen als Erinnerung mit nach Hause. Diese Initiative sollte jedoch in der Zukunft nicht den erhofften Erfolg bringen und wurde wieder eingestellt.

Desweiteren leistete der DT Bissen einen kleinen Beitrag zum Schutz und zur Erhaltung der Natur, indem er aus eigener Initiative, zusammen mit der Gemeindenaturschutzkommission, am 16.März 1984 einen Lichtbildvortrag über die einheimischen Vogelarten durch den landbekannten Ornithologen Robert Dupont veranstalten ließ.

Am 5. Mai 1984 fand das 16. und letzte "Festival de la Chanson du Centre" statt. Dieser Entscheid fiel uns besonders schwer, da das "Festival" jedes Jahr einen Höhepunkt im Organisationskalender des DT Bissen darstellte. Der Entscheid war aber leider unumgänglich, da keine ausreichende Anzahl mehr von Kandidatinnen und Kandidaten zum Singen antraten.

Ein zweiter großer Wechsel zeichnete sich in der Vereinsführung ab, und zwar zog sich der amtierende Präsident Arnold Weber in der Generalversammlung vom Mai 1985 nach 24 Jahren Vorstandstätigkeit, wovon 4 Jahre als Schriftführer und letztlich 11 Jahre als Präsident, aus dem aktiven Vereinsgeschehen zurück. Ebenfalls Gründungsmitglied wie sein Vorgänger Alphonse Kimmes, zählte "Webesch Arn" zu den Stützen und Hauptinitiatoren des Vereines. Viele zündende Ideen sind von ihm ausgegangen, viele große Organisationen tragen seinen Stempel. Organisieren war seine Hauptstärke, und mit Organisationen hielt er seine Truppe beständig auf Trab.

Mit den Abgang von Präsident Arnold Weber ging eine Ära zu Ende, eine neue Generation sollte von nun an das Sagen haben.

In Anbetracht seiner hervorragenden Verdienste um den "Desch-Tennis Bissen" wurde Arnold Weber zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Aloyse Weber trat in die Fußstapfen seines Vorgängers. Seit 1961 Mitglied des DT Bissen, also ebenfalls ein Mann der ersten Stunde war er 21 Jahre lang Kassierer, ein Jahr Schriftführer und ab 1985 dann Präsident.

In der Erwartung einer Sporthalle, die in Planung war, feierte der DT Bissen im Jahre 1986 sein 25jähriges Wiegenfest mit einem bescheidenen Mannschaftsturnier und man versprach sich das 30.Wiegenfest "richtig" zu feiern.

Das Sommerfest 1988 konnte noch attraktiver gestaltet werden durch da Verpflichten einer Reihe Hobbykünstler, welche ihre Werke zur Schau stellten und zum Kauf anboten. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Folkloremusikgruppe "Drummsee" mit einheimischen volkstümlichen Weisen. Über das ganze Wochenende hinweg wurde zudem ein Fußballturnier für Tischtennisvereine organisiert, in dem sich die verschiedenen Mannschaften mal auf eine andere Weise messen konnten.

Mit der Meisterschaft 1988/89 wurde der DT Bissen aus seiner Lethargie gerissen, in die er nach dem Fall aus der Nationaldivision eingetaucht zu sein schien. Mit dem Einzug in die im Herbst fertiggestellte Sporthalle und somit dank der besseren Trainings- und Spielbedingungen konnten die Weichen im mannschaftlichen Bereich wieder auf etwas mehr Erfolg gestellt werden.  Mehrere Mannschaften konnten Bezirks oder sogar Divisionsmeister werden und Einzeltitel fehlten auch nicht. Qualitativ und quantitativ stachen die Jugendmannschaften hervor.

Einige neue Spieler transferierten zum DT Bissen, andere verließen den Verein in Richtung anderer Vereine, der sportliche Erfolg kündigte sich jedoch bereits an und sollte in den letzten 10 Jahren schlußendlich zum Tragen kommen. Alles in allem kann man die ersten 30 Jahre als erfolgreich bezeichnen und mit Stolz auf sie zurückblicken